[SG] Feuer im Klinikum Solingen – Großübung mit über 500 Einsatzkräften

6. Oktober 2018 Aus Von Redaktion

Krankenhaus, Feuerwehr und Krisenstab simulierten Einsatz bei einem Stationsbrand.

Als Übungslage wurde ein Brand angenommen, der in einer Krankhausstation im 1. Obergeschoss des Hauses G des Klinikums Solingen ausgebrochen ist. Ausgehend von einem Patientenzimmer dehnte sich der Brand auf die angrenzenden Patientenzimmer aus und führte dazu, dass die gesamte Station nach wenigen Minuten verraucht war. 23 Patienten der Station, gespielt durch Übungsdarsteller des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), wurden durch den Brand bedroht. Nach dem simulierten Alarm der Brandmeldeanlage begann das Krankenhaus-Personal unmittelbar mit der Rettung der gefährdeten Patienten im 1. Obergeschoss. Aufgrund des sich schnell ausbreitenden Rauchs mussten sich die Pflegekräfte jedoch nach wenigen Minuten selbst in Sicherheit bringen.

Über zwei Treppenräume begannen rund 40 Einsatzkräfte der Feuerwehr (aus allen drei Wachen der Berufsfeuerwehr sowie der Löscheinheiten 3, 6 und 7 der Freiwilligen Feuerwehr) mit der Menschenrettung in der Station. Hierbei ging es auch darum, bettlägerige Patienten mithilfe der neu durch das Klinikum beschafften Rettungsmatratzen zu retten. Insgesamt mussten 23 Patienten mit unterschiedlichen Verletzungsmustern aus dem Brandgeschoss gerettet und medizinisch erstversorgt werden.

Für die medizinische Rettung wurde ein eigener Einsatzabschnitt gebildet, in dem Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz (Einsatzeinheit des DRK) eingesetzt wurden. Die Einsatzkräfte versorgten die Geretteten und organisierten in Abstimmung mit der ärztlichen Leitung des Klinikums deren Transport in geeignete Stationen des Klinikums beziehungsweise in externe Krankenhäuser. Durch die fiktive Räumung des Gebäudes G betroffene, aber unverletzte Patienten (gespielt durch 50 Angehörige der Jugendfeuerwehr) wurden aus dem Gebäude G in Sicherheit gebracht und durch eine weitere Einsatzeinheit des Maltäser Hilfsdienstes betreut.

Die Gesamtkoordination aller Einsatzmaßnahmen erfolgte gemäß Krankhausalarmplan durch die gemeinsam von Feuerwehr und Klinikum gebildete Einsatzleitung. Das Zusammenwirken der Führungskräfte beider Organisationen stellte einen der Übungsschwerpunkte dar.

Als Teil einer möglichst realistischen Übungsdarstellung wurde auch das Aufeinandertreffen mit Angehörigen und Medienvertretern durchgespielt. Das städtische Krisenmanagement obliegt im Falle einer solch medienwirksamen Großeinsatzeinlage dem Krisenstab der Stadt Solingen. Insbesondere die Krisenkommunikation und die Abstimmung der Bevölkerungsinformation und der Medienarbeit zählen zu den Aufgaben des Krisenstabes. Neben der Bewältigung der herkömmlichen Medienarbeit wurde auch der Umgang mit sozialen Netzwerken in die Übung einbezogen und simuliert.

Auf Veranlassung des Krisenstabes wird in vergleichbaren Fällen eine Personenauskunftsstelle im Bergischen ServiceCenter Wuppertal eingerichtet, um Anfragen von Angehörigen zum Verbleib ihrer Familienmitglieder bedienen zu können. Mehrere Übungsdarsteller gaben sich daher als Angehörige der Opfer aus und forderten Informationen ein.

Während der Übung wurden die Wachen der Berufsfeuerwehr durch weitere Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr (Löscheinheiten 1, 2, 4 und 5) besetzt.

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Vorbereitung:
– Seit ca. 2 Jahren
– Gesamtübungsleiter: Solingens früherer Feuerwehr-Chef Frank-Michael Fischer
– Doppelter Effekt:
a) Großer Erkenntnisgewinn bereits durch die Vorbereitung und Planung
b) Weitere Erkenntnisse durch die eigentliche Übung

Teilnehmer:
239 Übende, 171 in den Einsatzabschnitten, 28 in der Einsatzleitung, 20 im Krisenstab, 20 Bürgertelefon / Personenauskunftsstelle, 32 Wachbesetzung, Übungsleitung / Unterstützung, Übungsbeobachter, 20 Gäste, 80 Krankenhaus Mitarbeiter
In der Summe: ca. 530 Beteiligte

Teilnehmende „Organisationen“
Oberbürgermeister, Krisenstab Solingen unter Leitung von Ordnungsdezernent Jan Welzel, Berufs-, Freiwillige-, Jugendfeuerwehr Solingen, Leitstelle Solingen – Wuppertal, Feuerwehr Leverkusen, Feuerwehr Remscheid, Feuerwehr Wuppertal, Pressestelle Stadt Solingen, Bergisches Servicecenter Wuppertal, Verwaltungsmitarbeiter, Deutsches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Notfallseelsorgee, Klinikum Solingen