[SG] Feuerwehr probte Ernstfall der Eisrettung: “Nach 1 Minute ist man im Wasser Handlungsunfähig”

11. Februar 2021 Aus Von Redaktion

Am Donnerstagnachmittag übten Einsatzkräfte der Feuer und Rettungswache 2 (Ohligs) am Stiehlsteich mehrere Szenarien einer Eisrettung.

Timo und Daniel der Berufsfeuerwehr schlüpften dafür in spezielle Schutzanzüge, welche für eine Eisrettung vorgesehen sind. Mit einer Kettensäge wurde ein ca. 1×1 Meter großes Loch etwa 20 Meter vom Land entfernt in die etwa 5 cm dicke Eisfläche gesägt. Um die Situation so Realistisch wie möglich darstellen zu lassen, ging der Feuerwehrmann Timo in dem Schutzanzug in das eiskalte Wasser. Gesichert an einem Seil von seinen Kollegen am Ufer musste er nun ein paar Minuten in dem etwa zwei Meter tiefem Teich ausharren.

Georg Ringwelski, Dienstgruppenleiter der Feuerwache 2 erklärt uns: ,,Ohne einen solchen Schutzanzug kann man etwa 1 Minute im Wasser bleiben, danach ist man Handlungsunfähig. Nach weiteren 2-3 Minuten besteht schon Lebensgefahr für die Person im Wasser.″ Gerade bei den aktuellen Temperaturen, wo dass Eis auf dem Wasser auftaut, ist es besonders Gefährlich das Eis zu betreten. Besonders am Rand taut das Eis schneller auf als in der Mitte vom Teich, somit können die ersten Schritte auf das Eis schon dafür sorgen, dass man in das Eiswasser stürzt.

Mit diesem Schild wird noch einmal auf die Gefahr hingewiesen! Das Betreten und Eislaufen auf der Eisfläche ist verboten!

Timos Kollege Daniel, welcher bei der Übung als sein Retter eingesetzt war, trug ebenfalls einen Schutzanzug und rutschte auf einem Spineboard und mit Seilen gesichert zu Timo vor. Nachdem der Feuerwehrmann aus seiner misslichen Lage mithilfe des Spineboards und ein paar gezielten Handgriffen befreit wurde, wurden weitere Szenarien geübt. Auf zwei Steckleiterteilen kämpfte sich Feuerwehrmann Daniel erneut über das Eis zu seinem Kollegen vor. Mit einem speziellen Gurt wurde er an die Steckleiter fixiert bevor er von den Einsatzkräften ans Ufer gezogen wurde.

“Solch ein Einsatz wie er hier geübt wurde, kommt in Solingen glücklicherweise nicht oft vor” erklärte Georg Ringwelski weiter. Grund dafür seien die Wetterbedingungen. In den letzten Jahren ist es kaum vorgekommen, dass das Wasser so zugefroren war. Da es dieses Jahr aber anders ist, wurde diese Übung kurzfristig geplant und umgesetzt. Im Einsatzfall unterstützt noch ein Hubschrauber die Maßnahmen vor Ort. Sollte die Person nicht mehr an der Wasseroberfläche schwimmen, kann diese mit einer Wärmebildkamera am Hubschrauber durch die Eisschicht gesucht werden.

Bei einer weiteren Übung wurde eine sogenannte “Crash-Rettung” auf dem Eis geübt, Timo der bisher im Wasser war durfte nun seinen Kollegen Daniel retten. Ohne großes Hilfswerkzeug ging Timo über die Eisfläche zu seinem Kollegen vor. Mit dem Spezialgurt und einem Seil wurde Daniel aus dem Eis gerettet. Mehrfach und mit unterschiedlichen Handgriffen und Möglichkeiten der “Crash-Rettung” wurde Timo durch seinen Kollegen Daniel gerettet und von seinen Kollegen ans Ufer gezogen.

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