[SG] Für ein Video den Notruf gewählt: Ermittlungen gegen 33-jährigen Einsatzfahrtenfilmer

11. November 2021 Aus Von Redaktion

Zu einem ausgelösten Rauchmelder ist die Feuerwehr Solingen am vergangenen Sonntag gegen 14 Uhr auf die Henckelsstraße ausgerückt.

Vor Ort konnten die eingesetzten Einsatzkräfte der Feuerwehr aber glücklicherweise keine Feststellung machen. Doch wie kam es zu dem Einsatz, fragten sich die Einsatzkräfte. Keiner der Anwohner hatte den Notruf gewählt, auch ein ausgelöster Rauchmelder wurde nicht vorgefunden. Der Einsatz ist nun Gegenstand der Ermittlungen der Polizei.

Vor der Feuer- und Rettungswache 1 am Katternberg standen zu dem Zeitpunkt vier “Einsatzfahrtenfilmer” und haben die ausrückenden Einsatzkräfte der Wache 1 gefilmt. Darunter auch ein 33-Jähriger, der jetzt wegen Notrufmissbrauch beschuldigt wird. Dem 33-jährigen Beschuldigten Einsatzfahrtenfilmer, der aus der Nähe von Bremen kommt, wird von den Ermittlern vorgeworfen, den Notruf gewählt und den Einsatz vorgetäuscht zu haben, das ergaben die polizeilichen Ermittlungen. Noch vor Ort haben die Beamten ebenfalls zur Beweissicherstellung sein Handy beschlagnahmt. Die weiteren drei Einsatzfahrtenfilmer wovon zwei Minderjährig sind und ein junger Erwachsener, wurden vor Ort befragt und erhielten dann einen Platzverweis.

Den Notruf wählen für das perfekte Video einer Einsatzfahrt? Das ist im Bereich der “Einsatzfahrtenfilmer” eigentlich nicht normal! Denn die meisten Filmer sind Minderjährige oder Jugendliche, die Einsatzfahrzeuge beim Ausrücken oder auf Anfahrt zu einem Einsatz filmen, machen das als Hobby und laden es dann auf ihren sozialen Netzwerken wie Instagram oder YouTube hoch. Und für dieses Hobby warten die Filmer auch oftmals mehrere Stunden vor unterschiedlichen Feuerwachen. Größtenteils sind Einsatzfahrtenfilmer sogar Mitglieder in einer ehrenamtlichen Organisation wie dem THW oder der Freiwilligen Feuerwehr. Die jüngeren von Ihnen vertreiben Ihre Zeit aber auch bei der Jugendfeuerwehr oder der THW-Jugend.

Der 33-jährige Beschuldigte betreibt auch solch eine Instagram-Seite für “Einsatzfahrten” aus seinem Bereich und erreicht damit fast 1.000 Abonnenten. Auf seiner Seite sind zahlreiche Bilder und Videos von Einsatzfahrzeugen aus Niedersachsen auf dem Weg zu Einsätzen zu sehen.