Gefahr Flashover: So bereiten sich Einsatzkräfte auf Wohnungsbrände vor

Hitze, Rauch und völlige Dunkelheit: Feuerwehr Solingen trainiert unter Extrembedingungen für den Ernstfall

Inhaltsverzeichnis

Die Feuerwehr Solingen führt derzeit an der Feuerwache 3 in Wald ein mehrtägiges Intensivtraining unter realitätsnahen Bedingungen durch, um Einsatzkräfte gezielt auf Brände in Wohngebäuden vorzubereiten.

Für sechs Tage steht den Einsatzkräften dort eine spezielle Übungsanlage zur Verfügung, in der typische Szenarien wie Keller- oder Wohnungsbrände nachgestellt werden. Die Kolleginnen und Kollegen mit einer Atemschutzausbildung müssen laut Feuerwehrsprecher Markus Wehr jährlich einen Einsatz unter realistischen Bedingungen absolvieren und können dies nun konzentriert in dieser Anlage üben.

Trainieren unter realen Bedingungen

In den Containern herrschen Bedingungen, die einem echten Brandeinsatz nahekommen: Hitze, starker Rauch, Dunkelheit und ungewohnte Geräusche. Die Feuerwehrleute üben, wie sie sicher in Gebäude hineingehen und wieder herauskommen, Treppen gefahrlos begehen und gleichzeitig Menschenrettung und Brandbekämpfung durchführen. Ein Durchgang dauert im Schnitt 15 bis 20 Minuten, je nachdem, wie schnell die Übungsperson gerettet wird.

Für die Einsatzkräfte bedeutet das eine hohe körperliche und mentale Belastung. Die Schutzkleidung engt ein, die Atemschutzmaske schränkt das Sichtfeld ein und kann durch Schweiß zusätzlich beschlagen. Im Innenraum können Temperaturen von rund 300 Grad erreicht werden.

Kurzzeitig sind bei einem sogenannten «Flashover» sogar 800 bis 1000 Grad möglich, wobei diese Temperaturen nur für wenige Sekunden auftreten und selbst von Einsatzkräften mit schwerer Ausrüstung nur kurze Zeit ausgehalten werden können. Die Feuerwehrleute lernen, Brandrauch zu beobachten, Anzeichen für einen «Flashover» zu erkennen und rechtzeitig zu reagieren.

Im Innenraum kann das ca. 300 Grad warm werden. Da sieht merkt man dann auch, wie gut die Funktion unserer Schutzkleidung ist, aber für den Menschen selber, für den Kollegen wird es sehr sehr warm da drin.
Markus Wehr
Pressesprecher Feuerwehr Solingen
Während die Einsatzkräfte ein Feuer löschen, entfacht sich ein Flashover.

Nach Angaben von Markus Wehr müssen rund 500 Feuerwehrmänner und -frauen in den sechs Tagen durch dieses Intensivtraining, etwa 230 von der Berufsfeuerwehr und rund 270 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr.

Routine und Handlungssicherheit ist das A und O

Markus Wehr betont, dass das regelmäßige Training entscheidend ist, um Routine und Handlungssicherheit zu entwickeln. Viele Abläufe müssten automatisiert ablaufen, damit sich Einsatzkräfte im Ernstfall auf die Lage konzentrieren können. Brände könnten jederzeit auftreten, auch nachts, weshalb eine hohe Einsatzbereitschaft erforderlich sei.

Was tun im Fall eines Brandes?

Markus Wehr der auch als Pressesprecher der Feuerwehr Solingen tätig ist, betont zudem den Stellenwert des Eigenschutzes der Bevölkerung. Wer in der eigenen Wohnung einen Brand bemerkt, solle die Wohnung verlassen, die Tür schließen, um eine Ausbreitung von Rauch und Feuer zu verhindern, und so schnell wie möglich ins Freie laufen. Brennt es in der Nachbarwohnung und der Treppenraum ist verraucht, rät die Feuerwehr, die eigene Wohnungstür geschlossen zu halten, bis die Feuerwehr Hilfe leistet.

 

Weitere Informationen

Die Firma HEAT Düsseldorf GmbH wurde im Jahr 2000 mit dem Ziel gegründet, Feuerwehrleuten die Möglichkeit zum Training unter Realbrand-Bedingungen zu geben. Seitdem wurde die Realbrandanlage ständig weiterentwickelt, um die verschiedenen Trainingswünsche der Kunden (u.a. Flughafen, Polizei, Bundeswehr, Marine, private Personenschützer) professionell erfüllen zu können.

Leistungen:

  • 🔥 Realbrandausbildung (echte Feuer in kontrollierter Umgebung)

  • 🧯 Atemschutz- und Einsatztraining

  • 🚒 Brandbekämpfung & Menschenrettung

  • 💥 Simulationen wie Flashover (Rauchgasdurchzündung)

  • 🚢 Spezielle Trainings z. B. für Schiffs- oder Flugzeugbrände

Die Anlage besteht oft aus Container-Modulen mit echten Brandstellen, damit Einsatzkräfte möglichst realitätsnah trainieren können.

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Blaulich-Solingen
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