Großeinsatz nach Messerattacke in Solingen
Großeinsatz nach Messerattacke in Solingen
Bei einem Messerangriff in Solingen sind am Mittwochnachmittag zwei Männer lebensgefährlich verletzt worden. Der Täter ist von der Polizei noch am Tatort festgenommen worden.
Die Tat ereignete sich gegen 16:51 Uhr auf der Konrad-Adenauer-Straße, nahe der Einmündung Schwesternstraße, vor einem Lebensmittelgeschäft. Nach bisherigen Erkenntnissen war zunächst ein Streit zwischen einem 46-jährigen Mann und einem 48-Jährigen eskaliert, bei beiden handelt es sich nach Polizeiangaben um türkische Staatsangehörige. Im Verlauf zog der 46-Jährige ein Messer und verletzte seinen Kontrahenten lebensgefährlich.
Ein 52-Jähriger deutsch-türke, der offenbar schlichtend eingreifen wollte, wurde ebenfalls durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt. Bei allen Beteiligten handelt es sich nach Polizeiangaben um in Solingen lebende Männer.
Polizeibeamte, die zeitgleich auf der gegenüberliegenden Straßenseite wegen eines Verkehrsunfalls im Einsatz waren, wurden auf die Situation aufmerksam und griffen umgehend ein. Da der Angreifer weiterhin bewaffnet war und auch die Einsatzkräfte bedroht haben soll, setzten die Einsatzkräfte ein Distanz-Elektroimpulsgerät (Taser) ein und überwältigten ihn. Der Mann wurde vorläufig festgenommen und unter Bewachung in ein Krankenhaus gebracht.
Parallel befand sich eine Einsatzhundertschaft der Polizei im Rahmen einer Übung an einer Solinger Schule im Einsatz. Nach Bekanntwerden der Tat brachen die Kräfte die Übung ab und unterstützten die Maßnahmen in der Innenstadt.
Die beiden schwer verletzten Männer wurden nach der Erstversorgung vor Ort in ein Krankenhaus gebracht und operiert. Zu ihrem aktuellen Zustand liegen keine weiteren Angaben vor.
Die Polizei sperrte den Bereich rund um den Tatort weiträumig ab. Die Konrad-Adenauer-Straße blieb bis in die Abendstunden zwischen Schlagbaum und Mummstraße für den Verkehr gesperrt. Es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen, auch im öffentlichen Nahverkehr.
Zur Klärung der Hintergründe wurde eine Mordkommission eingerichtet. Spurensicherer untersuchten den Tatort, um den Ablauf des Geschehens zu rekonstruieren und Beweise für das weitere Verfahren zu sichern. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund liegen nach Angaben der Ermittler nicht vor, vielmehr wird von einer eskalierten Auseinandersetzung im persönlichen Umfeld ausgegangen.