Verfasser begründen Attacke auf «Alt Ketzberg» mit AfD-Veranstaltungen
Verfasser begründen Attacke auf «Alt Ketzberg» mit AfD-Veranstaltungen
Unbekannte haben das Restaurant «Alt Ketzberg» im Stadtteil Gräfrath mit Steinen und Farbflaschen angegriffen und dabei Fenster, Fassade und Innenräume beschädigt. Die Polizei bestätigte den Vorfall und hat die Tat dem Bereich «Politisch motivierte Kriminalität – Links» zugeordnet. Das Verfahren wird von der Kriminalinspektion Polizeilicher Staatsschutz geführt. Ermittelt wird wegen Sachbeschädigung und Beleidigung.
Nach Angaben der Polizei ging am Montag, 14. September, gegen 2.20 Uhr ein Notruf bei der Leitstelle ein. Wenige Minuten später traf ein Einsatzfahrzeug an dem Restaurant an der Lützowstraße ein.
Mehrere Fensterscheiben der Gaststätte waren mit Steinen eingeworfen worden. Zudem wurden der Eingangsbereich und Teile der Fassade mit roter Farbe beschädigt. Die Polizei geht von einem Sachschaden in Höhe von mehreren Tausend Euro aus. Am Tatort führten die Ermittler eine Spurensicherung durch.
Nach weiteren Informationen sollen auf Aufnahmen der Überwachungskameras drei maskierte Personen zusehen sein, die Steine und mit Farbe gefüllte Flaschen gegen die Fenster sowie in die Innenräume schleuderten. Im Restaurant seien acht Steine gefunden worden. Wegen der Schäden bleibt das Lokal zunächst geschlossen.
Im Internet wurde nach der Tat ein anonymes Bekennerschreiben veröffentlicht. Darin wird der Angriff politisch begründet. Die Verfasser werfen dem «Alt Ketzberg» vor, der AfD Räumlichkeiten für sogenannte «bergische Vortragsabende» und Stammtische zur Verfügung zu stellen. Sie erklären, das Restaurant deshalb mit Steinen und Farbe angegriffen zu haben. Darüber hinaus enthält der Text Aufrufe zu weiteren Angriffen auf Orte und Strukturen, welche die Verfasser der AfD oder deren Umfeld zurechnen.
Der Polizei ist das Selbstbezichtigungsschreiben nach eigenen Angaben seit dem 16. September bekannt. Ob dessen Verfasser tatsächlich für den Angriff verantwortlich sind, steht jedoch nicht fest und ist Bestandteil der laufenden Ermittlungen.
Auch ein möglicher Zusammenhang mit weiteren politisch motivierten Straftaten oder vergleichbaren Angriffen in Solingen beziehungsweise im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Wuppertal wird geprüft. Zu möglichen Tatverdächtigen machte die Polizei mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen keine Angaben.
Der Fall weist Parallelen zu einem Angriff auf das Fitnessstudio des Rappers Kollegah an der Konrad-Adenauer-Straße Ende August auf, nach dem ebenfalls ein Bekennerschreiben veröffentlicht worden war. Ob zwischen den Taten tatsächlich ein Zusammenhang besteht, ist bislang nicht geklärt.
Die Staatsanwaltschaft Wuppertal wurde über den Angriff auf das «Alt Ketzberg» informiert. Die weiteren Ermittlungen des Polizeilichen Staatsschutzes dauern an.