Bundesanwaltschaft untersucht mögliches Unterstützer-Netzwerk

Nach Terroranschlag von Solingen: Ermittler jagen mutmaßliche Unterstützer des Attentäters Issa al Hasan – Anschlagspläne und Waffenwahl über Telegram-Chats

IMG_7723
Inhaltsverzeichnis

Die Bundesanwaltschaft hat nach dem Terroranschlag auf das Solinger Stadtfest Ermittlungen gegen drei mutmaßliche Unterstützer des verurteilten Attentäters eingeleitet. Das bestätigte eine Sprecherin der Karlsruher Behörde.

Issa al Hasan ließ sich Stadtfest bestätigen

Nach Informationen aus dem Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags soll der Täter Issa al Hasan wenige Wochen vor der Tat über Telegram Kontakt zu den drei Beschuldigten aufgenommen haben. Dabei habe er sich das Solinger Stadtfest als möglichen Anschlagsort bestätigen lassen. Zudem soll er den geplanten Angriff bereits einen Tag vor der Tat angekündigt haben.

Laut Berichten äußerten sich die Kontaktpersonen zustimmend zu den Plänen. Nach Angaben der ermittelnden Staatsanwältin hätten «alle drei sehr positiv» reagiert. Gespräche habe es demnach auch über die Auswahl der Tatwaffe gegeben.

Terrorist legte gegen Urteil Revision ein

Zu Identität, Aufenthaltsort oder möglichen weiteren Aktivitäten der Beschuldigten machten die Ermittlungsbehörden mit Verweis auf das laufende Verfahren zunächst keine weiteren Angaben. Issa al Hasan hatte den Messerangriff von August 2024 gestanden. Bei dem Anschlag auf das Stadtfest in Solingen waren drei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt worden.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf verurteilte den damals 27-jährigen Syrer im September des vergangenen Jahres wegen dreifachen Mordes, zehnfachen versuchten Mordes sowie Mitgliedschaft in der Terrormiliz «Islamischer Staat» zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung. Gegen das Urteil legte der Verurteilte Revision ein. Damit muss nun der Bundesgerichtshof den Fall überprüfen.

Issa al Hasan sollte abgeschoben werden

Der Fall beschäftigt weiterhin auch die Politik in Nordrhein-Westfalen. Ein Untersuchungsausschuss im Düsseldorfer Landtag befasst sich mit möglichen Versäumnissen der Behörden vor und nach dem Anschlag. Dabei geht es unter anderem um die Frage, warum der Täter nicht bereits ein Jahr vor der Tat nach den EU-Dublin-Regeln nach Bulgarien zurückgeführt wurde. Ein erster Abschiebeversuch war gescheitert, weitere Maßnahmen erfolgten anschließend nicht.

error:
Blaulich-Solingen
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.