Einer der größten Einsätze der Landesgeschichte
Einer der größten Einsätze der Landesgeschichte
Das Land Nordrhein-Westfalen hat den Verein «Hells Angels Motorcycle Club Leverkusen» verboten und gleichzeitig eine großangelegte Razzia gegen die Rockergruppierung Hells Angels durchgeführt. Mehr als 1.200 Polizeikräfte waren seit den frühen Morgenstunden im Einsatz und durchsuchten über 50 Objekte in 28 Städten.
Die Maßnahmen richteten sich gegen Mitglieder und Unterstützer der Gruppierung, unter anderem in Leverkusen, Köln, Langenfeld, Monheim am Rhein, Solingen, Dortmund, Oberhausen, Ahaus, Velbert, Duisburg, Bergheim, Gummersbach, Kerpen, Herne, Voerde, Bielefeld, Bochum, Dinslaken, Lünen und Marienheide durchsucht. Neben Wohnungen und Geschäftsräumen wurde auch ein Vereinsheim in einem Gewerbegebiet durchsucht. An den Zugriffen waren über 100 Beamte von Spezialeinsatzkommandos beteiligt, unterstützt von Staatsanwälten, Spürhunden und gepanzerten Fahrzeugen.
Grundlage der Maßnahmen ist ein umfangreiches Ermittlungsverfahren des Polizeipräsidiums Düsseldorf unter Leitung der Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten (ZeOS NRW). Ermittelt wird wegen des Verdachts der Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.
Das Innenministerium begründete das Verbot mit zahlreichen Straftaten von Vereinsmitgliedern, darunter Drogenhandel, Bedrohung, Körperverletzung, Nötigung und räuberische Erpressung. Der Charter war erst 2024 gegründet und 2025 zur offiziellen Ortsgruppe erhoben worden. Mit dem Verbot wurde auch das Vereinsvermögen beschlagnahmt und zugunsten des Landes eingezogen. Zudem ist die Gründung von Ersatzorganisationen sowie die Nutzung von Vereinskennzeichen untersagt.
Im Zuge der Razzia stellten die Ermittler umfangreiche Vermögenswerte sicher, darunter einen hochpreisigen Fuhrpark mit Motorrädern und Luxusautos sowie Bargeld in Millionenhöhe. In einem Fall wurde ein 46-jähriges mutmaßliches Führungsmitglied festgenommen, nachdem Spezialeinsatzkräfte ein Wohnhaus gestürmt hatten.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul erklärte zu dem Einsatz: «Wer mit Waffen, Drogen, Gewalt und Einschüchterung sein Geld verdient, muss jederzeit damit rechnen, dass die Polizei morgens im Schlafzimmer steht – nicht als Gast, sondern mit Durchsuchungsbeschluss.» Weiter sagte er: «Heute senden wir eine unmissverständliche Botschaft: maximaler Fahndungsdruck, null Toleranz und kein Quadratmeter Rückzugsraum für kriminelle Rocker in Nordrhein-Westfalen.»
Die Behörden verweisen darauf, dass die Zahl der Mitglieder der Hells Angels in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist. Hintergrund seien unter anderem Übertritte aus rivalisierenden Gruppierungen. Zudem kam es im Umfeld der Rockerszene wiederholt zu schweren Gewalttaten, darunter Anschläge und Schussabgaben.
Der Einsatz gilt als einer der größten in der Geschichte des Landes zur Bekämpfung organisierter Rockerkriminalität.