Ermittlungen nach Schüssen in Ohligs dauern an
Ermittlungen nach Schüssen in Ohligs dauern an
Der 38-jährige Mann, der bei den Schüssen in Solingen-Ohligs schwer verletzt worden ist, hat die Notoperation erfolgreich überstanden und schwebt nicht mehr in Lebensgefahr. Die Ermittlungen zu den Tätern und den Hintergründen der Tat dauern unterdessen an.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft konnte der operative Eingriff erfolgreich abgeschlossen werden. Der Verletzte ist jedoch weiterhin nicht vernehmungsfähig. Seine Aussage gilt als wichtiger Bestandteil der laufenden Ermittlungen und soll nachgeholt werden, sobald sein Gesundheitszustand dies zulässt.
Bereits kurz nach dem Transport in das Solinger Klinikum sicherten Einsatzkräfte der Hundertschaft der Polizei auch das Krankenhaus. Vor dem Klinikum waren den ganzen Tag über Polizeifahrzeuge positioniert. Die Ermittler gehen derzeit von einem gezielten Angriff auf den 38-Jährigen aus. Deshalb bestehe für die Bevölkerung keine Gefahr, obwohl der Täter weiterhin auf der Flucht sei.
Unserer Redaktion liegen Teile der Ermittlungsakte vor. Daraus geht unter anderem eine erste genaue Täterbeschreibung des Schützen hervor. Demnach soll es sich um einen etwa 30 Jahre alten Mann mit arabischem Erscheinungsbild handeln. Er soll etwa 1,80 Meter groß gewesen sein, kurze schwarze Haare getragen und zur Tatzeit mit einer dunklen langen Jeans sowie einem hellen Oberteil bekleidet gewesen sein.
Nach den vorliegenden Unterlagen soll der Täter eine schwarze Pistole verwendet haben. Bei der Waffe könnte es sich den bisherigen Erkenntnissen zufolge um eine Walther P99 oder ein vergleichbares Modell handeln. Zudem deuten Zeugenaussagen darauf hin, dass der Schütze die Waffe möglicherweise mit der linken Hand abgefeuert hat. Ob es sich tatsächlich um einen Linkshänder handeln könnte, ist jedoch Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Weiterhin unklar ist, ob die Schüsse auf den türkischen Supermarkt an der Düsseldorfer Straße sowie auf ein Wohn- und Gewerbegebäude im Bereich einer Gaststätte im unteren Abschnitt der Düsseldorfer Straße von einem oder von zwei Tätern abgegeben wurden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft liegen bislang lediglich sehr vage Zeugenbeschreibungen vor.
Aus diesem Grund konnte bisher auch keine öffentliche Fahndung eingeleitet werden. Für eine gezielte Suche nach Tatverdächtigen fehlen den Ermittlern nach Angaben der Staatsanwaltschaft bislang ausreichend konkrete Personenbeschreibungen, die eine Identifizierung des Täters ermöglichen würden. Ob den Ermittlungsbehörden bereits ein möglicher Tatverdächtiger bekannt ist, wollten weder Polizei noch Staatsanwaltschaft bestätigen.
Bei dem 38-jährigen Opfer handelt es sich nach Informationen unserer Redaktion um den Betreiber des türkischen Supermarktes. Das Geschäft soll er erst vor rund zwei bis drei Monaten übernommen haben. Offizielle Angaben hierzu wollten Polizei und Staatsanwaltschaft unter Verweis auf Persönlichkeitsrechte nicht machen.
Neben dem Supermarkt, in dem der 38-Jährige niedergeschossen wurde, sicherten Kriminalbeamte umfangreiche Spuren an einem weiteren Tatort im Bereich einer Gaststätte im unteren Abschnitt der Düsseldorfer Straße. Auf dem Gehweg lagen mehrere Patronenhülsen verstreut. Offenbar soll der Täter von der gegenüberliegenden Straßenseite aus auf die Gaststätte geschossen haben. Mindestens vier Einschusslöcher stellten die Ermittler dort fest.
Nach Einschätzung der Ermittler spricht der enge zeitliche Zusammenhang dafür, dass beide Ereignisse miteinander in Verbindung stehen könnten. Ob tatsächlich ein Zusammenhang besteht und welches Motiv hinter den Schüssen steckt, ist jedoch weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.
Die Polizei Wuppertal bittet Zeuginnen und Zeugen, die Angaben zu den Schüssen an beiden Tatorten oder zu verdächtigen Personen machen können, sich unter der Telefonnummer 0202 / 284 – 0 zu melden.