Mehrere Schüsse auf Beifahrer – Hintergründe weiterhin offen

Mordanschlag auf Taxi-Fahrgast in Düsseldorf: 40-Jähriger schwebt in Lebensgefahr – Angehörige kündigen Rache an

Einsatzkräfte untersuchen einen Autounfall mit beschädigtem Fahrzeugfenster bei Nacht.

Der 40-jährige Mann der nach Schüssen auf ein Taxi in der Düsseldorfer Innenstadt am Dienstag schwer verletzt wurde, schwebt weiterhin in Lebensgefahr, dass bestätigte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Mittwoch.

Die Tat ereignete sich am Dienstagnachmittag gegen 14.40 Uhr im Bereich der Kaiserstraße nahe dem Hofgarten im Stadtteil Pempelfort. Nach bisherigen Erkenntnissen stiegen zwei bislang unbekannte Täter aus einem Fahrzeug vor dem Taxi aus, gaben mindestens 10 Schüsse ab und flüchteten anschließend mit demselben Wagen. Der Verletzte wurde in ein Krankenhaus gebracht und schwebt weiterhin in Lebensgefahr.

Mindestens 10 Schüsse abgefeuert

Im Taxi befanden sich neben dem Opfer und dem Fahrer weitere Insassen, die unverletzt blieben. Am Tatort sicherten Einsatzkräfte zahlreiche Spuren. In der Windschutzscheibe des Fahrzeugs waren insgesamt zehn Einschusslöcher zu erkennen, davon neun auf der Beifahrerseite. Zeugen verständigten die Polizei, die den Bereich großräumig absperrte und eine Fahndung einleitete, unterstützt von einem Hubschrauber, die Täter konnten allerdings fliehen. 

Wer auch immer diesen niederträchtigen, feigen und heimtückischen Angriff verübt hat, ich werde ihn zur Rechenschaft ziehen.
In Haft sitzender internationaler Drogenhändler auf X (ehem. Twitter)

Die Düsseldorfer Polizei und die Staatsanwaltschaft haben eine Mordkommission eingesetzt. Zu den Hintergründen macht die Staatsanwaltschaft bislang keine Angaben, es werde «in alle Richtungen» ermittelt, hieß es. Ein Zusammenhang mit familiären Bezügen des Opfers werde geprüft, sei aber offen.

Opfer wohl Neffe eines internationalen Drogenhändler

Bei dem 40-jährigen Opfer handelt es sich offenbar um einen Neffen eines Mannes, der in den Niederlanden seit rund 20 Jahren wegen schwerer Straftaten, darunter Drogenhandelsdelikte, in Haft sitzt. In den 1990er Jahren verdiente er mutmaßlich Milliarden mit dem Handel von Heroin und wurde deshalb als «Europas Pablo Escobar» bezeichnet. Im Jahr 1998 wurde er festgenommen und später zu lebenslanger Haft verurteilt. Ob diese familiären Hintergründe eine Rolle spielen, ist nach Behördenangaben unklar.

Drogenhändler kündigt Rache an

Auf X (ehemals Twitter) veröffentlichte ein Profil unter dem Namen des inhaftierten Mannes einen Beitrag, in dem von einer zuvor stattgefundenen Kundgebung vor dem niederländischen Konsulat in Düsseldorf zur Aufhebung der Haft berichtet wurde und der Angriff auf den Verwandten erwähnt wird. Ebenfalls kündigte der Schreiber Rache an, er werde «die Angreifer finden» und habe vor, «die ganze Familie auszulöschen». Der Schreiber bezeichnet den Angriff als «niederträchtig, feige und heimtückisch».

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