69-Jähriger verbarrikadiert sich bei Vollstreckung von Haftbefehl
69-Jähriger verbarrikadiert sich bei Vollstreckung von Haftbefehl
Ein mutmaßlicher Angehöriger der «Reichsbürger»-Szene ist am Freitagmorgen in Wuppertal unter Beteiligung von Spezialeinsatzkräften festgenommen worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Wuppertal vollstreckten die Beamten einen Haftbefehl gegen den 69-Jährigen.
Der Mann war rechtskräftig wegen versuchter Nötigung zu einer Geldstrafe von 2.000 Euro beziehungsweise 40 Tagessätzen verurteilt worden, außerdem lag noch eine Verurteilung wegen des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte sowie Beleidigung vor. Da er die Summe von etwa 4.000 Euro nicht bezahlt hatte, wurde eine Ersatzfreiheitsstrafe angeordnet. Der 69-Jährige soll nun voraussichtlich für etwa einen Monat in einer Justizvollzugsanstalt verbringen.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft lag ein entsprechender Vollstreckungshaftbefehl des Amtsgerichts Wuppertal vor. Als die Beamten den Mann an seiner Wohnung antrafen, schlug er nach einer ersten Ansprache die Tür zu und zog sich zurück.
Geräusche aus der Wohnung ließen nach Einschätzung der Einsatzkräfte darauf schließen, dass sich der Mann möglicherweise verbarrikadierte. Daraufhin wurden neben einer Verhandlungsgruppe auch Spezialeinsatzkräfte angefordert.
Nach einem Gespräch mit den Spezialisten der Verhandlungsgruppe verließ der 69-Jährige schließlich die Wohnung, woraufhin er von den Beamten des SEK festgenommen werden konnte. Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand.
Der Mann soll nach bisherigen Erkenntnissen der sogenannten «Reichsbürger»-Szene angehören. Anhänger dieser Gruppierung erkennen die Bundesrepublik Deutschland und ihre Gesetze nicht an und behaupten, das Deutsche Reich bestehe weiterhin fort.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der 69-Jährige Anfang 2025 Kontakt zu einer Mitarbeiterin der Wuppertaler Justiz aufgenommen haben. Dabei habe er von der Beamtin verlangt, die rechtliche Grundlage ihrer Tätigkeit nachzuweisen. Für den Fall, dass diese Nachweise nicht erbracht würden, habe der Mann eine Forderung über sieben Millionen Euro gestellt. Weiterhin äußerte er, dass es die Bundesrepublik Deutschland nicht gebe. Aufgrund seiner Aussagen gegenüber der Justiz wurde er wegen Nötigung verurteilt.