Mittwoch - 19. Juni 2024
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Wittkuller Straße: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Feuer wegen Brandstiftung

In der Nacht zu Sonntag ereignete sich gegen 1:15 Uhr ein verheerender Brand auf der Wittkuller Straße. Bei dem Feuer wurden insgesamt 22 Menschen verletzt. Nach dem Brand in einem Wohnhaus ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung.
Großeinsatz: Zahlreiche Verletzte nach Feuer im Treppenhaus

Brandermittler finden Brandbeschleuniger
Nach dem Feuer von Sonntag hat die Staatsanwaltschaft soeben erste Details veröffentlicht. Ermittler fanden offenbar Rückstände eines Brandbeschleunigers am Brandort. Das Feuer brach im Treppenhaus aus, was den Fluchtweg für viele Anwohner blockierte. Über eine Drehleiter mussten 10 Bewohner, darunter zwei Familien mit Kindern, gerettet werden. Die Anwohner standen bereits auf den Fensterbänken und riefen um Hilfe, während sich der giftige Rauch in alle Wohnungen ausgebreitet hatte und eine dringende Evakuierung erforderlich machte.

Ein Familienvater umarmt auf der Straße seinen Sohn, der von der Feuerwehr über eine Drehleiter gerettet werden musste

Massenanfall von Verletzten
Insgesamt wurden bei dem Brand 22 Menschen verletzt. Die meisten erlitten leichte Verletzungen durch Rauchgase, während eine Frau schwere Verletzungen davontrug. Sofort wurde das Einsatzstichwort „Massenanfall von Verletzten 10“ ausgelöst, wodurch Rettungskräfte aus den umliegenden Städten angefordert wurden. Die Zahl „10“ bezeichnet in diesem Fall die Anzahl der verletzten Personen, die sofort behandelt werden mussten.

Ausreichend Rettungsmittel wurden schnell bereitgestellt, um die verletzten Personen vor Ort erstzuversorgen und anschließend in Krankenhäuser zu transportieren. Auch die Besatzung des zuerst eintreffenden Rettungswagens musste nach dem Einsatz im Krankenhaus behandelt werden, da sie offenbar zu Beginn Rauchgase eingeatmet hatten. Insgesamt mussten 11 Personen ins Krankenhaus gebracht werden.

Feuerwehr und Rettungsdienst bringen die verletzten Personen zu einem Sammelplatz

Rettungsdienst aus den umliegenden Städten angefordert
Die restlichen Verletzten wurden nach einer Erstversorgung vor Ort in einem Bus der Stadtwerke Solingen untergebracht. Angesichts der Vielzahl an Verletzten wurden zusätzliche Rettungsmittel aus den umliegenden Städten Wuppertal, Remscheid, Haan, Hilden und Erkrath angefordert. Insgesamt befanden sich sechs Rettungswagen, zwei Krankentransportwagen, zwei Notarzteinsatzfahrzeuge sowie die leitende Notärztin vor Ort im Einsatz.

Mordkommission eingesetzt
Die bisherigen Ermittlungen, bei denen ein Brandsachverständiger hinzugezogen wurde, deuten auf eine vorsätzliche Brandlegung unter Verwendung eines Brandbeschleunigers hin. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln daher im Rahmen einer Mordkommission wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung. Ein Tatverdacht gegen eine konkrete Person liegt bislang nicht vor. Weitere Einzelheiten zu den Tatumständen können aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht gegeben werden.

In diesem Zusammenhang bitten Staatsanwaltschaft und Polizei Zeugen und Hinweisgeber, die verdächtige Personen oder Fahrzeuge zum taterheblichen Zeitpunkt beobachtet haben, sich unter der Rufnummer 0202/284-0 zu melden.

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