[SG] Anklageschrift bringt neue Details zum Fünfach-Mord

21. Mai 2021 Aus Von Redaktion

Mit Eröffnungsbeschluss vom heutigen Tag (21. Mai 2021) hat die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Wuppertal die Anklage der Staatsanwaltschaft Wuppertal vom 24. Februar 2021 gegen die zur Tatzeit 27-jährige Angeklagte wegen heimtückischer Tötung in fünf Fällen zur Hauptverhandlung zugelassen.

Bekannt war bisher nur, dass die damals 27-Jährige fünf ihrer sechs Kinder sediert und anschließend erstickt haben soll. Doch das soll nicht alles sein, aus der Anklageschrift gibt es weitere Details zu dem Mord auf der Hasselstraße vom 3. September.

Die Staatsanwaltschaft wirft der zur Tatzeit sechsfachen Mutter vor, am Morgen des 3. September 2020 in ihrer Wohnung in Solingen ihren fünf jüngsten Kindern (im Alter von ungefähr eineinhalb, zwei, drei, sechs und achteinhalb Jahren) jeweils hohe Dosen der Medikamente Vomex, Vomacur und Nurofensaft in deren Frühstücksgetränke gemischt zu haben. Die Kinder sollen nach Einnahme der Flüssigkeit wie von der Angeklagten gewollt schläfrig geworden und in der Folge eingeschlafen sein. Die Angeklagte soll dann im Badezimmer ihrer Wohnung Wasser in die Wanne eingelassen, Badespielzeug bereitgelegt und ein mobiles Heizgerät im Raum aufgestellt und in Betrieb genommen haben.

Sie soll dann ihre Kinder nacheinander beginnend mit dem jüngsten geweckt, in das Badezimmer gebracht, dort ausgezogen und in der Badewanne erstickt oder ertränkt haben. Anschließend soll sie das jeweilige Kind in Handtücher gewickelt in das Kinderzimmer zurückgelegt und das vorbeschriebene Vorgehen mit ihren weiteren vier Kindern nacheinander wiederholt haben. Die Angeklagte soll bei der Tötung der Kinder jeweils unter Ausnutzung eines durch die Verabreichung des Medikamentencocktails gezielt herbeigeführten Dämmerzustandes gehandelt haben, um so eine mögliche Gegenwehr zu verhindern.

Nachdem Sie so heimtückisch ihre fünf Kinder getötet hat, fuhr Sie mit ihrem letzten überlebendem Sohn mit einer S-Bahn nach Düsseldorf. Von dort aus fuhr der Sohn weitere zu seiner Oma, die Mutter versuchte sich in Düsseldorf vor einen Zug zu werfen und sich somit das leben zu nehmen, überlebte jedoch schwer verletzt. Seit der schrecklichen Tat sitzt die zur Tatzeit 27-jährige in Untersuchungshaft. Ob und inwieweit sich die Frau bisher selbst zu den Vorwürfen geäußert hat, ist bislang unbekannt.

Insgesamt sind für den Prozess 11 Verhandlungstage bis Mitte August angesetzt. Das angesetzte Hauptverfahren soll klären, ob die in der Anklage erhobenen Tatvorwürfe zutreffen. Die Angeklagte gilt so lange als unschuldig, bis zu einem rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens. Den Vorsitz führt der Vorsitzende Richter am Landgericht Jochen Kötter.