Samstag - 13. April 2024
StartAllgemeinBergungsarbeiten abgeschlossen: 40-Tonner nach über 24 Stunden befreit

Bergungsarbeiten abgeschlossen: 40-Tonner nach über 24 Stunden befreit

Nach einer wahrlich langwierigen Bergungsaktion konnte in der Nacht von Donnerstag auf Freitag der 40-Tonner, der sich zwischen zwei Wohnhäusern in der Ortschaft Keusenhof festgefahren hatte, endlich aus seiner misslichen Lage befreit werden. Der spektakuläre Vorfall wiederholte sich genau einen Monat nach einem ähnlichen Zwischenfall an derselben Stelle.

Gegen 23 Uhr traf das Bergungsunternehmen am Keusenhof ein und startete die anspruchsvolle Mission, den tonnenschweren Lastwagen behutsam zu bergen. Unter Einsatz von großen Maschinen und einer Prise Fingerspitzengefühl dauerte die Aktion mehrere Stunden. Nachdem der LKW zurückgezogen wurde, mussten die beschädigten Reigen noch gewechselt werden. Erst gegen halb 2 Uhr in der Nacht war der 40-Tonner endlich wieder auf der Straße unterwegs.

Auflieger durch Polizei sichergestellt
Die Erleichterung währte jedoch nur kurz, denn der Auflieger des Lastwagens war nicht versichert und durfte somit nicht am Straßenverkehr teilnehmen. Die Polizei griff ein und der Auflieger wurde sichergestellt.

Vor der eigentlichen Bergung musste das Ladegut des Containers, knapp 20 Tonnen Soja Granulat, aufwändig entladen werden. Jeder Sack wurde einzeln auf Paletten gestapelt und anschließend mithilfe eines Radladers zu einem anderen 40-Tonner an der Kottendorfer Straße transportiert. Hier erfolgte das erneute Verladen jedes Sacks einzeln in den Lkw. Diese logistisch aufwändigen Arbeiten beanspruchten mehr als sechs Stunden.

Brummi-Fahrer wusste was er tat
Ersten Erkenntnissen zufolge erklärte der Fahrer des 40-Tonners während einer Befragung mit einem Dolmetscher, dass er den Anweisungen seines Navigationsgeräts gefolgt sei. Als er jedoch feststellte, dass die befahrene Straße nicht nur nicht für den 40-Tonner ausgelegt war, sondern auch für 40-Tonner eigentlich nicht passiert werden darf, befand er sich bereits in einer Situation, aus der es kein Zurück mehr gab. Aufgrund der engen Straßenverhältnisse war ein möglicher Rückzug oder ein Wendemanöver nicht möglich. Infolgedessen entschied sich der Fahrer dazu, die Fahrt fortzusetzen.

Selbst die Überquerung einer Brücke, die lediglich für Fahrzeuge mit einer Maximalbelastung von 12 Tonnen ausgelegt war, schreckte ihn nicht ab. Die Beschädigungen an den Reifen bemerkte er eigenen Angaben zufolge erst, als er bereits zwischen den Häusern feststeckte.

LKW musste erneut über die Brücke, aber mit strengen Auflagen
Um den 40-Tonner aus seiner misslichen Lage zu befreien, musste dieser aber wieder über dieselbe Brücke, über die er verbotenerweise eine Nacht vorher bereits gefahren war. In Absprache mit einem Statiker der Stadt Solingen wurden Auflagen festgelegt. Nur wenn diese eingehalten und der Container geleert wurde, durfte der LKW die Brücke erneut überqueren. Ein geschulter Fahrer des Bergungsunternehmens übernahm deshalb das Steuer des LKWs. Und so ging es in Schrittgeschwindigkeit und ohne zu stoppen oder ruckartige Bewegungen im Rückwärtsgang und mit zahlreichen Einweisern über die Brücke.

Anwohner hoffen auf weitere Maßnahmen
Die Anwohner des Keusenhof können nun endlich wieder beruhigt schlafen, da die Bergungsarbeiten vor Ort trotz der Nachtstunden kontinuierlich durchgeführt wurden. Die nächtlichen Arbeiten sorgten jedoch für eine gewisse Lautstärke in der Umgebung.

Der erneute Vorfall wirft Fragen auf bezüglich der Sicherheitsvorkehrungen an dieser problematischen Stelle und unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen.

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